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Geschichte Ostenfelde

Urkunde wahrscheinlich aus dem Jahr 875

Ostenfelde
von Klemens Senger

Der Ortsteil Ostenfelde liegt etwa 5 km vom Hauptort Ennigerloh entfernt, und ist auch heute noch als ein von der Landwirtschaft geprägter Ort.

Ostenfelde heisst soviel wie “Feld im Osten” und wird erstmals um 890 im Urbar des Klosters Werden an der Ruhr als Astonfelde genannt. In einem neuen Buch, wird als erste Nennung sogar das Jahr 875 genannt. Es gibt aus der Zeit 2 Urkunden, eine wo auch die Jahreszahl 890 drauf steht und eine zweite ohne Jahreszahl. Da die Schreibweisen unterschiedlich sind, ging man davon aus, das die Urkunde ohne Jahreszahl jüngeren Datums sei. Doch das war wohl ein Irrtum. Die erste Nennung eines Ostenfelder Hofes ist 852 zu
verzeichnen, und zwar mit dem Hof Hettrup als “Hettum Tarpi”.

siehe Bild 1

Ursprünglich werden 4 Bauerschaften genannt,und zwar Dorfbauerschaft, Codinktorpe(heute Köntrup, Velmeringtorpe,Vintrup und Gerbolinchtorpe, dieser Name erscheint nur noch als früherer
Hofesname Gentrup. “torpe bedeutet soviel wie Ansiedlung. Das können mehrere Häuser oder Höfe gewesen sein, aber auch nur ein Hof. Gerbolinch ist ein Eigenname, darum bedeutet Gerbolinchtorpe soviel wie “Hof des Gerbolinch oder des Gerbo”. Da Hettrup auch schon mal Heppinchtorp geheißen hat, bedeutet der Name “Hof des Heppinch oder des Hepp”. Unter Gerbolinchtorp wurden mehrere Höfe genannt, so gehörten dem Gerbolinch auch die Höfe Wilbrand und Kalthöner. Im Vintrup gab es den Hof “Vredikeshove to Velmerintorpe” das bedeutetder ursprüngliche Name ein “Hof des Velmering” oder eben “Vrederikeshove” später der Hof Frede, heute Suttorp. Die Bauerschaft Köntrup hat den Namen von “Hof des Codink”. Dazu noch einige Deutungen von Flurnamen: Goan – Garten, Rott -
gerodete Fläche, Kamp/Fäld/Feel – Äcker durch Büsche und Hagen getrennt, Brink – hochgelegene Grasfläche, Eckey – aybfallende Kante, Tie/Tigge/Ding – Gerichtsstätte oder Versammlungsstätte, Wellen – evtl. Wellsand als Untergrund, jedenfalls feuchter Grund, Sufeel – saures Feld, Lechtenbörn – Waldlichtung mit Wasserstelle,Weie – Wiese oder Weide, hulis – Stechpalme – Walddistel, Reit – ist Reet, ein Gebiet wo am Bach viel Reet wächst, Flasdieke – hier wurde viel Flachs angebaut. Horst – Niederwald, ein Wald für alle Bewohner eines Ortes, Habichhorst – Wald der von Habichten bewohnt wird. Fürher hieß der Platz des Hohen Kreuzes Habichhorst, Geist – trockener Boden, Becke – Bach, Brok – Sumpf, Feld – Gelände, Hövel – gehobene Stelle, Forst – Hochwald eines Grundherrn, Hoch-wald – Wald eines Höheren, Elve – fließendes Wasser, Aston – Osten, flüht – fließen, Tempel oder Timpe – Spitze oder auch spitzer Berg oder Hügel, loh – Wald, Seli – Haus, gusi – strömender Bach,
liki – ein von Wasser durchzogenes Gebiet.

Einen direkten Dorfkern gab es vor 1600 noch nicht, denn der frühere Friedhof umfaßte fast den gesamten heutigen Dorfkern.

Mittelpunkt des Ortes war die der Hl. Margaretha geweihten Pfarrkirche. Ihre Bauzeit dürfte in die Zeit Bischof Siegfrieds fallen (1022 – 1032). Erste Urkunden, in dem die Pfarre Ostenfelde erwähnt wird, gibt es aus dem Jahre 1177 (Bischof Hermann II). Das die Pfarre älter sein muss, geht aus einer Urkunde des Jahres 1188 hervor, in der der Hof jährlich eine Abgabe zahlen muss, zur Memorie der Voreltern, wie es von alters her gebräuchlich gewesen ist.

siehe Bild 2

Die Pfarrkirche war auf dem Grund und Boden des Osthofes (auch Asthove geschrieben) erbaut worden. Dieser lag am östlichen Rand des späteren Dorfes. Heute stehen hier die Häuser Senger und Schmidt.
Er war Stammsitz der Herren von Ostenfelde. Urkundlich begegnen uns diese in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als bischöfliche Ministeriale (Dienstadel), als Ritter und Burgmänner auf der Burg Stromberg. Ihr Wohnsitz Osthove war bischöfliches Kehngut. Ab 1172 sind die Bewohner nament-lich bekannt. 1172 wird ein “Sigewinus de Hostenuelde und seine Frau Bertradis” genannt, man kann aber davon ausgehen, dass der in einem älteren Urbar genannte “Liuppo van tem Asterwald” (Oster-wald) ebenfalls auf dem Osthof wohnte und diesen bewirtschafte. Es ist aber auch möglich, dass
dieser auf der Turmhügelburg im heutigen Promenadenbusch seinen Wohnsitz hatte.

Am Osthof haftete als vornehmstes Hofesrecht die Gerichtsbarkeit des Dorfes und der Bauerschaft, incl. des heutigen Westkirchen, welches früher zu Ostenfelde gehört hat. Als 1350 Hiricus dictus Vinke de Ostenfelde die Burg Varenholte baute, und seinen Wohnsitz nach dort verlegte, wurde
seitdem von beiden Höfen die Gerichtsbarkeit ausgeübt. Den Osthof vermachte er seinen Söhnen.

Weitere Adelshöfe in Ostenfelde waren: seit 1333 die Keuschenburg. Erbauer war der Knappe “Adolfus dictus Kursne de Ostenfelde”. Daher kommt warscheinlich der Name Keßenborg, Keißenborg oder Kors-seneborg. Heutiger Besitzer ist die Familie Timmerherm.
Seit 1420 gibt es die “Nienburg” früher auch “Nygeborg” (neue Burg) genannt. Vorgänger dieser Burg war das “Castrum tor Horst” welches um 1300 gebaut worden war.
Seit etwa 1480 gibt es das “Haus Masthof” auch Masthove genannt, welches aber erst nach 1600 mit diesem Namen benannt wurde. Davor wurde es jeweils nach seinem Besitzer benannt, wie etwa “Hof des Frederick” usw. Jetziger Besitzer ist die Familie Wenge.

Das eigentliche Dorf Ostenfelde gibt es wohl erst seit etwa 1600. Es gab in Kirchennähe die Höfe Osthof, Westhof, Averbeck und Homann. Die ältesten Häuser im Dorf waren der Speicher des Hofes Averbeck, er dürfte ca. 1550 gebaut worden sein und am Margarethenplatz gelegen, das erste
Schulgebäude, schon über den Mühlenbach, gebaut und das Haus Wiggelinghoff, früher Vicarie, beide 1673 gebaut, sein. Die späteren Häuser wurden alle um den großen Friedhof herum gebaut. Man kam immer näher an die Pfarrkirche heran und als der Platz nicht mehr reichte, überbaute man nach Vorbild der ersten Schule, den Mühlenbach. Als auch dieser überbaut war, wurden auf dem Friedhof 11 Wohn-einheiten errichtet, es ist die heutige Insel, angefangen bei Averbeck bis hin zu Picker. 1769 hatte das Dorf 43 Häuser, zusätzlich die Bauerschaften. Die endgültige Bebauung des Ortskern war ca. 1860 vollendet. Waren es erst Fachwerkbauten, so kamen zum Schluß doch massive Bauten hinzu. Leider sind heute fast alle Fachwerkhäuser aus dem Ortskern verschwunden, aber die dörfliche Struk-tur blieb erhalten. Reine Landwirtschaftliche Betriebe gibt es im Dorfbereich keine mehr. Indu-striebetriebe gibt es nur wenige, und diese sind auch außerhalb angesiedelt. Die Mehrzahl der Bewohner muss für seinen Broterwerb in die Nachbarorte fahren, da es hier zuwenig Arbeitsplätze gibt.

Herausragende Bausubstanz findet man in Ostenfelde einmal im Schloß Vornholz, der Pfarrkirche St. Margaretha und den beiden Kapellen auf dem Schürenbrink und dem Dromberg. Das alte Pastorat, welches heute eine echte Bereicherung des Dorfbildes wäre, wurde leider 1969 abgebrochen. Eine ganze Reihe älterer Häuser mussten dem Straßenverkehr weichen, denn stünden sie noch, käme kein LKW durch Ostenfelde. Einige ältere Fachwerkhäuser, wie die Heimatstuben, die Häuser Senger im Dorf und Festge und Muckermann im Köntrup, stehen heute unter Denkmalschutz, um so der nachwelt erhalten zu bleiben. Es gibt aber auch noch ältere Häuser, die man gut durch Renovierungsarbeiten in den früheren schmucken Zustand zurückversetzen kann.

siehe Bild 3

Schloß Vornholz
Zum erstenmal genannt wird Vornholz um 1330 mit dem Rittet Hiricus dictus Vinke de Ostenfelde, der seinen Wohnsitz vom Osthov auf die 1/2 km nordöstlich gelegene und vom ihm erbaute Burg Varenholte verlegte. Bis 1481 blieb die Burg im Besitz derer von Vinke. Danach bewohnten die Geschlechter -“von Ennichloe, von Elspe, von Wettbergen und von Schulz” die Burg. 1655 brannte sie aus, und wohl aus Geldmangel verkaufte der Rittmeister Albert von Schulz die Burg an “Dietrich Hermann von Nagel und seiner Gattin Margaretha Magdalena von Schilder”. Diese ließen die ausgebrannte Burg abbrechen und ließen an gleicher Stelle das heutige Schloß bauen, nach Plänen des Architekten “Pictorius des Älteren”, und im Stil der väterlichen Burg Ittlingen. Aus Varenholte, was soviel hieß wie “vor dem Holze, bzw. vor dem Walde”, wurde irgendwann “Vornholz”. Noch “Hermann Adolph von Nagel” * 1689 + 01.08.1744 der die Freiin “Johanna Elisabeth van Doornick” heiratete, wurde “von Nagel auf
Varenholte” genannt. “Vor dem Holze” kommt daher, weil die erste Burg vor den Osterwald, ein zusammenhängendes Waldgebiet von Oelde bis Warendorf, gebaut wurde.
1666 wurde Vornholz fertiggestellt.
Diet´rich Hermann hat den Vornholzer Grundbesitz beträchtlich durch Ankauf vergrößert. (Laut Über-lieferung waren in einer Decktruhe, die in der Eingangshalle von Vornholz stand, 360.000
holländische Golddukaten, ein riesiges Vermögen.) Er stiftete 1673 die St. Antonius Vicarie, heute Wigge-linghoff, schräg gegenüber der Heimatstuben, und im gleichen Jahr am 10. Januar das
Armen- und Schulhaus, jenes Gebäude welches als erstes über den Mühlenbach gebaut wurde.

Vornholz ist eine Wasserburg, bestehend aus einer Hauptburg und der Vorburg, alle von Wassergräben umgeben. Interessant dürfte sein, das das Haus nicht wie allgemein übelich auf Eichenpfählen steht, sondern auf einer Tonplatte gebaut wurde.

Sehenswert sind einmal das barocke Eingangsportal, welches allerdings nicht das Wappen des
Dietrich Hermann von Nagel aufweist, sondern das Wappen seines Nachfolgers und ältesten Sohn Christoph Bernhard von Nagel und seiner Gattin Anna von Brabeck zu Lethmathe. Der Rittersaale ist reich verziert mit Stuckarbeiten, die aber erst Clemens von Nagel-Doornick aufbringen ließ, nachdem er 1935 Besitzer wurde.
Der Fußboden des Saals, eine wertvolle Intasiearbeit, stammt aus dem Jahre 1841 und der offene Kamin trägt die Wappen von Christoph Bernhard und seiner Gattin. In den Fensternischen sind die Namen aller Besitzer in wertvollen Stuckarbeiten festgehalten. Ursprünglich besaß der Saal eine wertvolle Ledertapete, die aber Clemsn von Nagel entfernen ließ. Die Ahnengallerie an den Wänden, die an die Stelle der Ledertapete trat, stammt aus der Slangenburg bei Doetinchem in Holland. Diese kam etwa 1766 nach Vornholz, als die Slangenburg durch die Heirat von Adolph von Nagel mit Johanna Elisabeth von Doornick, einer Holländerin, in Vornholzer Besitz kam. Nach 6 Jahren wurde sie aber wieder verkauft, doch viele Einrichtungsgegenstände der Burg sind in diesen Jahren nach Vornholz gekommen.

In der Schloßkapelle steht ein Altar, der im Jahre 1896 vom Beelener Kunsttischler Karl Schnitkemper gefertigt wurde. Die Wände zieren Figuren der 12 Apostel, die aus dem 17. Jahrhundert stammen, allerdings erst etwa 1850 nach Vornholz durch Kauf kamen. Die FEnster sind
Bleiverglasungen, die einmal das Geschehen um Christi Geburt und den Sturm auf dem Meere zeigen. Beide sind 1911 angefertigt worden.
In einigen Räumen des Hauses befindet sich heute ein Kavalleriemuseum, die vollständigste Sammlung von Kavallerieuniformen auf deutschem Boden.

Die Kapellen auf dem Schürenbrink und Dromberg.
Als 1861 die alte Kirche auf dem heutigen Margarethenplatz abgebrochen wurde, wurden die Steine 1862 für den Bau von 2 Kapellen verwendet. Die Kapelle auf dem Schürenbrink wurde dem Hl. Josef geweiht, und die auf dem Dromberg der Hl. Maria. Erbauen ließ sie “Clemens August Franz Carl Hubertus Freiherr vön Nagel-Doornick und seine Frau Gräfin Johanna Huberta von Stollberg zu
Stollberg. Da sie am 14. Februar 1862 geheiratet haben, haben sie sich evtl. noch ein gegenseitig ein Hochzeitsgeschenk gemacht. Das eigentümliche an diesen Kapellen ist, dass sie im Baustil der alten Pfarrkirche errichtet wurden. Da die Fenster der alten Kirche auf der einen Seite gotisch und auf der anderen Seite romanisch waren, hat die Kapelle auf dem Schürenbrink gotische Fenster, und die auf dem Dromberg romanische. Auch der Baustil ist entsprechend.

Die Ruine Nienburg.
Ca. 1 km vom Schloß Vornholz entfernt liegt die Ruine Nienburg. In der Chronik des Hofes AVerbeck steht folgender Satz: “Das alte Castrum tor Horst” das um 1300 auf dem vom Bischof verpfändeten Erbe des Reynhard de Pole in Kodincdtorpe erbaut, und um 1420 als “Castrum tor Horst” geheten de Nygeborg (neue Burg) in Burschop Velendorf verlegt wurde, war bischöfliches Lehen. (Hier jetzt die ganze Geschichte der Nienburg aufzuführen, das würde zuviel sein, denn darüber gibt es eigene Schriften die vom Heimatverein herausgegeben wurden.)
BEsitze auf dem Castrum tor Horst und der Nienburg waren die Edelherren von der Lippe bis etwa 1358, dann folgte ein Herr zur Horst, 1422 Hermann von Ostenfelde,1481 Jasper von Oer auf Haus Geist, 1494 Lüdeke von Vinke von Ostenfelde, 1510 Anna von Landsberg, Frau des Fröndt Droste zu Erwitte, dadurch kamen die Drosten zu Erwitte in den Besitz der Nienburg. 1557 Johan von Drost, 1595 Dietrich von Droste und 1622 – 1638 Johann Eberhard Droste. Mit ihm begann der Untergang der Nienburg, woran aber weder noch noch später sein Sohn Schuld trugen. Eberhard war sehr reich und der damalige Besitzer, ein von Nagel zu Loburg, der Keuschenburg war arg in Schulden geraten. Er lieh sich vom Nienburger Geld um seine Schulden zu tilgen, dachte aber nicht daran diese zurück zu zahlen. Also nahm Eberhard die Keuschenburg in Pfand, was auch rechtmäßig war. Doch der inzwischen auf Vornholz ansässige Dietrich Hermann von Nagel, mit dem Loburger verwandt, und Generalwacht-meister beim Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, war damit nicht einverstanden. Inzwischen war der Sohn Eberhards “Gerhard Droste” Besitzer und der Streit zog und zog sich. Es kam zu einem unrechtmäßigen Prozeß wo Gerhard Droste vom Fürstbischof schuldig gesprochen wurde. Es war aber schon ein Schreiben vom Reichskammergericht in Speyer eingegangen, den Prozeß auszusetzen. Doch daran hielt man sich nicht, der Besitzer der Nienburg wurde am 26. April 1675 verhaftet und am 7. August 1675 erging der Befehl zur Zerstörung der Burg, was auch schnellstens in die Tat umgesetz wurde. 1685 bekam Gerhard Droste die Güter Nienburg und Keuschenburg als rechtmäßiger Besitzer wieder zugesprochen, aber erst seine Nachfolger konnten das Urteil in die Tat umsetzen. 1698
verkauften die Erben den Besitz Nienburg an Christoph Bernhard von Nagel. Was heute noch zu sehen ist, ist der Rest des Bergfrieds.

Da es bei der zerstörung der Burg nicht mit rechten Dingen zugegangen hat, scheint auch die
damalige Ostenfelder Bevölkerung gespürt haben. In der Nähe der Burg liegt der sogenannte “Teufelspütt”
Die hier vorhandene Quelle speist u.a. die Wassergräben von Nienburg und Vornholz. In dem
gemauerten Gewölbe der Quelle, soll der SAge nach, der letzte Besitzer vor seiner Verhaftung seinen ganzen Schmuck vergraben haben. (Das war aber nicht möglich, da die Burg überraschend im Morgengrauen angegriffen wurde, und er mit einem Überfall überhaupt nicht gerechnet hat.) Der Schatz wird seitdem vom Teufel bewacht. Wer in der Geisterstunde hier vorbei kommt, soll Hundegebell und den Teufel mit den Ketten rasseln hören.
Richtig scheint jedoch zu sein, dass die Zerstörung der Burg ein teuflisches Spiel war, und somit mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde. Hinzu mag kommen, dass dort zufällig mal jemand um Mitternacht vorbei gekommen ist und hat dort Geräusche gehört, verursacht vielleicht durch ein Stück Wild und schon war der Spuk fertig.

Der Tempelplatz.
Ca. 500 Meter vom Schloß Vornholz entfernt gibt es einen Platz, der nach alter Überlieferung eine germanische Opferstätte gewesen sein soll. Darum benannte man ihn “Tempelplatz”. Doch mittlerweile kennt man seine Geschichte fast genau. In den Akten auf Vornholz befindet sich eine Aufstellung, was der Baumeister Bussmann auf Vornholz Ende 1700 bis Anfang 1800 alles geschaffen hat. Unter anderem steht darin, das er einen Dianentempel gebaut hat, mit Wassergrägen, Vorratsspeicher, Brücken, Dammwege usw.usw. Er schreibt darin, dass alle diese Gräben usw. vom ihm und seinen Leuten gegraben wurden. So ganz glauben wir dieses allerdings nicht, denn die ganze Anlage gleicht einer Motte, dem ersten Burgen-typ in Westfalen, übernommen aus Frankreich. Hier steht das
Haupthaus auf einem aufgetragenen Hügel der aus der Erde bestand, die man für die Wassergräben aushob. Vor diesem Hügel war eine flache Fläche, auf dem die Gesinde- und Viehhäuser standen. Alles war mit einem Wassergraben umgeben. Zusätzlich sicherte man sich ab, in dem man angespitzte Pfähle, ca. 2 Meter hoch, rund um das Gelände in die Erde rammte, damit kein Feind diese übersteigen konnte. Genauso wie eine frühere Motte sieht es dort aus. Wir glauben, dass Bussmann die alte Anlage gefunden hat, sie mit viel Arbeit aufbereiten ließ und dort den Dianentempel zur Ehre von “Diana die Göttin der Jagd” errichten ließ. Auch befanden sich dort eine Chinesische Brücke wie auch eine ländliche Brücke, um über die Gräben zum Tempel zu gelangen. Da dort früher baumloses Gelände war, ließ er entlang der Dammwege, auf dem die Herrschaft vom Schloß zum Dianentempel promenierte, Buchen und andere Bäume anpflanzen. Darum stehen am Tempelplatz heute wahre Baumriesen. Nachdem die Tempelanlage aufgegeben wurde, wurde wahrscheinlich der heutige Wald angelegt und wegen der Dammwege, auf denen man promenierte. heißt der Wald heute Promenadenbusch.

Die Keuschenburg
An der gegenüberliegenden Seite des Dorfes nach Ennigerloh zu, liegt in einem der schönsten Punkte von Ostenfelde, in einem lieblich langgestrecktem Tale des Mühlenbaches die “Keuschenburg”.
Ein bequemer Fußweg führt der Länge nach durch das Tal. (Hier muss eine Einschränkung gemacht
werden, heute geht man vom Hessenknapp aus in dieses Tal). Zur linken plätschert über Geröll und schweres Kalkgestein, tief eingeschnitten in den Erdboden, der muntere Bach, der Abhang mit hohen Buchen bestanden. Zur rechten Seite das Bauernhaus, dem früheren Ökonomiegebäude der Burg, rechts daneben der Platz wo einst die Burg stand. Vom Burggebäude ist heute nichts mehr vorhanden. Verschlammte, schmale mit Schilf bestandene Wassergräben, die einst vom vorbeifließendenn Bach gespeist wurden, zeugen noch vom Glanz des ehemaligen Rittersitzes, der eine geradezu idyllische Lage hatte.
Das ehemalige zweistöckige Wohnhaus mit seinen im unteren Stockwerk meterdicken Mauern wurde im Jahre 1868 abgebrochen. Das Gebäude hat trotz seiner Einfachheit einen herrschaftlichen Eindruck gemacht und war eine Zierde des romantischen Tales. Aber auch heute wird der Wanderer einen Besuch dieses landschaftlich reizvollen Fleckchens nicht bereuen.

Hier eine Beschreibung der Keuschenburg:
Sie war 19,5 m im Quadrat und hatte 5 FEnster an der Front und 2 Stockwerke. Das etwa 4 m hohe Untergeschoß, aus etwa 1 m dickem Bruchsteinmauerwerk hqatte einen Saal mit Kami, eine kleine Kapelle und 2 Zimmer. Im Obergeschoß, das aus Ziegelsteinmauerwerk ausgeführt war, waren 6 Räume, von denen 2 mit einem Kamin versehen waren. Das Gebäude hatte außen einen hellen Bewurf und ein sehr hohes Dach. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts war auch ein Bergfried vorhanden. Das Herrenhaus stammte vielleicht schon, den gewaltigen Mauern nach zu schließen, aus dem 14. Jahrhundert.Das wohl ursprünglich aus Fachwerk aufgebaute Obergeschoß hatte in späterer Zeit massives
Backsteinmauerwerk erhalten. Die Burg wurde, wie schon erwähnt, 1668 abgebrochen. (Dieser Bericht stammt aus dem Buch “Kulturdenkmäler des Kreises Warendorf”).

Die Besitzerfolge:
Erster urkundlicher Besitzer war der Knappe “Adolphus dictus Kursne de Ostenfelde” (1333), daher vielleicht der Name Kessenborg, Keissenborg oder Korssenborg. Er war ein Halbbruder von “Hiricus dictus Vinke de Ostenfelde” dem Erbauer der ersten Burg “Varenholte (Vornholz), und gilt als
Erbauer der Burg. Sein Erbe war der Ritter “Heinrich Vinke von Ostenfelde”, in dessen Familienbesitz die Burg bis 1433 war. Weitere Besitzer: 1433 – 1440 Tilmann von Mert, bzw. Ludolf von Oer auf Haus Geist; 1440 – 1519 die Stromberger Burgmannsfamilie von Hellerfeld gen. Naschart; 1519 – 1545 Temmo Voß auf Haus Niengraben bei Enniger; 1545 – 1615 Wilbrand von Nagel, der wahrscheinlich das Herrenhaus neu- oder umbaute; 1615 – 1622 hatten Jost und Phillip von Korff-Harkotten die Nutz-nießung, denen 1622 der Besitz abgesprochen wurde. 1622 – 1695 der Droste der Nienburg, (bewohnt wurde die Burg aber von der Familie Nagel zu Loburg, siehe weiter Nienburg);
1698 wurde die Burg von den Erben des Johan Gerhard Droste zur Nienburg an Christoph Bernhard von Nagel verkauft. 1802 kam die Keuschenburg durch Erbschaft an die Grafen Schmiesing Tatenhausen, die sie im Jahre 1997 an die Familie Timmerherm verkaufte.

Alle Akten, die über die Keuschenburg Auskunft geben können, liegen im Staatsarchiv in Münster. Die Privatakten des letzten Pächters vor der Familie Timmerherm, Gutspächter Raue, sind beim großen Dorfbrand 1868 in Westkirchen vernichtet worden. Sicher waren dort auch Akten dabei, die für die Geschichte der Keuschenburg interessant gewesen sind.

siehe Bild 4
Haus Masthof
Ein weiterer Rittersitz befindet sich süd-östlich von Ostenfelde, und zwar das “Haus Masthov oder Masthof” geschrieben. Hauptlehrer Klemann schreibt darüber wie folgt: Im südöstlichen Teil der Bauerschaft Vintrup liegt der ehemalige Rittersitz Masthof. Grenzend an Haus Geist und dem Geisterbach wurden im 12. Jahrhundert fünf Bauernhöfe genannt. Zwei dieser Höfe, der “Vrederickshove” und der “Stuwenhove” gehörten zum Kloster Freckenhorst. Die drei anderen Höfe gehörten ursprünglich zum Kloster Clarholz und wurden vor 1450 zu einem Hof vereinigt, der 1466 Jasper von Oe4r gehörte und 1476 an Fredrick von Ostenfelde verkauft wurde. Auf dem neu erworbenen Gut baute sich letzterer einen wasserumwerten Wohnsitz. Das Gut war freies Besitztum, kein Lehngut. Es hatte zuerst keinen Namen, sondern wurde nach dem jeweiligen Besitzer benannt: Hof des Frederick, Hof des großen Recwin oder Recwinshov, (in den Urkunden taucht 1499 der luttike Reqwyn, der kleine Reqwin, auf), Hof des Vinke vom Asthoff und Hof des Jürgen von Karthausen. Die Urkunden nach 1600 nennen das Gut “Masthove”. (Der Vinke vom Asthoff war Jasper Vinke von Ostenfelde, nach 1514.) 1615 wird als Besitzer ein L. von Ruhr genannt. 1661 ist Johann von Dumpstorff Herr auf Masthov. In einer Urkunde von 1661 beurkundet er, dass er als “Veltherr des ostenfeldischen
Altenfeldes” dem Moritz von Büren auf Haus Geist bewilligte, den Anschluß des Haus Geist abzufrächten (abfrächten heißt abzäunen, einen Zaun aufstellen), wogegen sich Haus Geist alles übrigen Rechtes im Altenfelde begeben wolle.
Die von Dumpstorff waren bis 1736 im Besitz von Masthove, dann wurde die Familie Schmiesing von Tatenhausen Besitzer. Heute ist die Familie Wenge im Besitz von Haus Masthof. Schon lange war der Hof von der Familie gepachtet. In der napoleanischen Zeit im Jahre 1809 wird ein Rentmeister Wenge auf Masthof als Beigeordneter in Ostenfelde erwähnt.
Die Pfarrkirche St. Margaretha
Die erste Kirche stand auf dem heutigen Margarethenplatz, und zählte, ähnlich jener zu Beelen, zu den zierlichsten und orginellsten Denkmälern der Überganszeit, obwohl sie durchgehens von frevel-haften Händen verwüßtetr und im 30 jährigen Krieg ausgebrannt war. (Das war wohl 1622 als auch der Osthof von den Truppen Christian von Braunschweig zerstört und abgebrannt wurde.) (Übergangszeit daher, weil ihre Bauzeit gerade zwischen romanischen und gotischen Baustil fällt.) Dieser Baustil spiegelt sich auch in der Kirche wieder, denn auf der einen Seite waren die Fenster romanisch und auf der Anderen Seite gotisch. Der Turm soll wesentlich älter gewesen sein als die eigentliche Kirche, und hatte ein Pyramidendach.

Da Karl der Große die Beisetzung der Toten neben der Pfarrkirche anordnete, wurde der Platz um die Kirche Begräbnisstätte. Er wurde im Norden vom Mühlenbach begrenzt, im Süden breitete sich der Friedhof fast bis zum heutigen Schulplatz aus, und umfasste so beinahe das ganze heutig Dorf. Vom Jahre 1855 an erfolgte die Beisetzung der Toten auf dem Friedhof , der die jetzige Kirche umgab.

Da um die Mitte des 19. Jahrhunderts die alte Kirche nicht mehr ausreichte, wurde in den Jahren 1860-61 nach Plänen des Architekten von Manger aus Oelde die heutige Kirche, ein neugotischer Hallenbau aus Ziegelsteinen, errichtet. Vorausgegangen war, um die Baukosten zu bekommen, ein langwieriger STreit um die Genehmigung einer Kollekte in der Diözese Münster, mit dem damaligen Landrat Baron von Twickel. Die Ausstattungstücke dieser Kirche sind dem Bau entsprechen in
neugotischer Art hergestellt.

Bei der neugotischen Ausgestaltung der neuen Kirche fanden auch manche Auststattungsstücke der alten Kirche, das Gemälde der Kreuzigung, der Taufstein aus Baumberger Sandstein aus dem 15. Jahrhundert, einige Holzbildnisse und wertvolle Altargeräte Verwendung. Auch die alte Vornholzer Glocke, im Jahre 1738 vom Glockengießer Johan Schweys angefertigt, hängt im Turm. Diese Glocke war ein Geschenk des Freiherrn “Edmund Levin von Nagel und seiner Gemahling Anna Johanna von
Tastungen”. Die Glocke kam nach Beendigung des 2. Weltkrieges unversert zurück, nachdem sie mit zwei anderen Ostenfelder Glocken während des Krieges beschlagnahmt und abgegeben wurde. Die beiden anderen Glocken wurden eigeschmolzen.

Die Fenster sind Stiftungen früherer Ostenfelder Bürger. Sie sollten bei der Renovierung der Kirche im Jahre 1969 diurch neue Fenster ersetzt werden, was aber auf massiven Protest nicht geschah. Leider hat man bei den anderen Einrichtungsgegenständen nicht protestiert. Bis auf die Orgelbühne wurden alle wertvollen Einrichtungsgegenstände wie der Hochaltar, die beiden Seitenaltäre, die beiden Chorstühle, der Predigtstuhl, der gotische Beichtstuhl aus der alten Kirche und die beiden anderen Beichtstühle bei der Renovierung entfernt. Sie fielen praktische einer ERneuerungswelle, durch das Konzil ausgelöst, zum Opfer. In anderen Gemeinden hat man sich dagegen gewehrt und heute stehen diese Inneneinrichtungen unter Denkmalschutz. Neuerdings verschönern 2 Chorstühle, die früher die Kirche von Ascheberg verschönerten, den Ostenfelder Altarraum.

Weitere schätzbare Werte die zur Pfarrkirche gehören: Ein Messbuch aus dem Jahre 1440, ein Kreuz aus dem 14. Jahrhundert, eine gotischen Monstranz aus dem 15. Jahrhundert, ein Ciborium erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, einen Kelch Anno 1727, eine Kelch Silber vergoldet, am Fuß die Arma Christi, am Knauf geflügelte Engelsköpfe und an der Manschette der Kruppa eine Darstellung des Abendmahls, Augsburger Karke des 17. Jahrhundert, Rotte Kapell (Levitengarnitur)um 1700, weiße Kapelle Mitte 18. Jahrhundert, Rote Kasel 2. Hälfte 18. Jahrhundert und eine Madonna aus dem 18. Jahrhundert.

Wertvoll sind auch die Schnitzarbeiten am Eingang der Vornholzer Empore. Unter dem Chror befindet sich die Begräbnistätte der Familie “von Nagel-Doornick”. Schon neben der alten Kirche hat sich seit 1668 eine solche befunden. Beim Abruch dieser Kirche wurden die Toten zur neuen
Begräbnisstätte überführt.
Zu all den oben aufgeführten Texten gibt es Schriften. Seit dem Jahr 2009 gibt es auch eine neue Schrift Burgen in Ostenfelde.
Aber auch Schrifte über Bildstöcke und Wegekreuze, wie über den Tempelplatz und auch Kurzinformationen über Ostenfelde sind zu erhalten. Insgesamt hat der Vorsitzende des Heimatvereins mittlerweile über 65 verschiedene Schriften herausgegeben.